Wie man sich bettet, so liegt man
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Wir haben Frühling 2026 und warten auf das Okay der Brandschutzprüfer. Nie hätte ich es für möglich gehalten, dass es bis zur Eröffnung so lange dauert.
Im Januar 2025 war ich der festen Überzeugung, dass wir spätestens im Frühherbst mit allem fertig sind.
Aus diesem Grund rückte das Thema Möbel und Einrichtung in den Vordergrund. Da ich hier, wie auf vielen anderen Gebieten, Laie bin, holte ich mir kompetente Hilfe.
Meine Schwägerin hat über 30 Jahre in einem Möbelgeschäft gearbeitet und meine Nichte war als Meisterkonditorin selbständig. Beste Voraussetzungen, um sich auf einer Messe einen Überblick zu verschaffen.
Durch die nette Einladung der Firma FBF bed&more fuhren wir drei vom 12.01. bis 14.01.2025 nach Nürnberg zur HOGA, der Messe für Gastgewerbe und Hotellerie.
Für mich der reinste Bildungsurlaub.
Nürnberg
Da wir 3 noch nie in Nürnberg waren, ging es am Ankunftstag erst einmal in die Stadt.
Wenn ich an Nürnberg denke, fallen mir spontan 3 Dinge ein:
- ein geschichtsträchtiger Gerichtsprozess
- Bratwürstchen
- und Lebkuchen
Am 12. Januar ist die Weihnachtsdekoration weg. Aber es gab noch ein ganzes Haus, das scheinbar ein Adventskalender war. Die Stadt empfing uns mit 24 offenen Türen.
Nürnberg hat eine sehr schöne Altstadt. Damit hatte ich gar nicht gerechnet.
Die HOGA
Am nächsten Tag ging es auf die Messe.
Unser Augenmerk lag auf der Einrichtung: Betten, Stühle, Tische, Schränke, Zubereitungsinventar, Kasse, Händetrockner und was uns sonst ins Auge fällt.
Wir saßen auf gefühlt 100 Stühlen, entschieden, dass eine Sitzbank eine tolle Sache wäre, und die Cafétische nur einen Fuß haben sollen.
Ich lernte den Unterschied zwischen einem Kaffeeautomaten und einer Siebträgermaschine. Es dauerte allein 2 Tage, mir dieses Wort zu merken. Natürlich hatten die Kaffeeautomatenverkäufer genauso gute Argumente für ihr Produkt, wie die Siebträgermaschinenverkäufer. Und wenn man einen leckeren Espresso nach dem anderen verkostet, ist das sehr anregend.
Nach einigem Hin und Her entschieden wir, eine Siebträgermaschine passt gut in unser Café.
Am Abend hatten wir kaputte Füße, einen strapazierten Kopf und eine ganze Tasche voller Kataloge.
An den nächsten Tagen ging es wieder los. Wir ließen es etwas gemächlicher angehen. Als die Köpfe am Nachmittag nicht mehr wollten, gönnten wir uns eine Pause bei den anwesenden Weinunternehmern und halfen am letzten Tag die übriggebliebenen Eisproben vor der Vernichtung zu bewahren.
Wie man sich bettet, so liegt man
Auf der Rücktour fuhren wir bei FBF vorbei. Den Stand der Firma hatten wir auf der Messe schon erkundigt.
Es ging darum, ein Bettenangebot für die Ferienzimmer einzuholen. Wir wurden freundlich begrüßt und in den Showroom geleitet. Dann ging es los.
Nach 5 Minuten wusste ich, dass ich nichts wusste.
Während meine Schwägerin fachsimpelte, überlegte ich noch, was ein Tonnen-Taschenfederkern ist oder ein Bonell-Federkern? Die technische Erklärung kam. Hängengeblieben ist nur, dass die eine Feder in einer Tonne vernäht ist.
Nachdem das Grundmodell ausgesucht war, ging es weiter.
Welche Füße sollen die Betten haben, fest auf der Erde oder mit Rollen? Welches Rückenteil? Soll das Rückenteil durchgehend sein? Welche Matratze? Wie hoch soll die Matratze sein? Wollen wir einen Topper dazu?
Hier muss ich kurz erwähnen, dass ich auch das Wort „Topper“ bis dahin nicht kannte.
Jetzt ist das Bett fertig – dachte ich. Doch es gehört noch mehr dazu. Zudecken zum Beispiel und Kopfkissen. Dazu natürlich Laken und Bezüge, und wenn wir schon dabei sind, Handtücher für die Gäste.
Stunden vergingen bis wir alles geklärt hatten. Blieb nur noch das äußere Erscheinungsbild. Welchen Stoff, in welcher Farbe sollten die Boxspringbetten haben? Zum Glück gab uns der Verkäufer einen ganzen Satz Mustermappen mit. Wir wären vor Ort zu keiner Entscheidung mehr in der Lage gewesen.
Wieder im Amtshaus, vor den gemalerten Wänden, entschieden wir uns für Rosé.
Die Messe in Nürnberg war der Auftakt zum Möbelkauf. Bis heute fehlt hier und da noch etwas.
(Fortsetzung folgt)
